Eine Kampagne von Amref Deutschland – Gesundes Afrika

Weltweit verlassen Menschen ihr Zuhause, fliehen vor Kriegen, Hunger und Perspektivlosigkeit. Das Einzige, was ihnen bleibt, ist der Traum nach einer besseren Zukunft. Doch wie sehen diese Träume aus und wo führen sie die Menschen hin? Kommen wirklich so viele Menschen nach Europa? Was leisten afrikanische Länder und was treibt die Menschen an?
Im Rahmen der Kampagne #GrenzenloseTräume möchten wir diesen Fragen nachgehen und aufzeigen, dass alle Menschen Träume haben, egal wo wir geboren wurden und wie wir aufgewachsen sind: Unsere Träume sind oft sehr ähnlich.

MIGRATION IST KEINE KRISE EUROPAS

272 Millionen Menschen

verlassen weltweit aufgrund verschiedener Umstände ihre Heimat.¹

14% der weltweiten Migrant:­innen

kommen aus
Subsahara-Afrika.

70% der Migrant:­innen

aus Subsahara-Afrika bleiben auf dem afrikanischen Kontinent.

16% der Migrant:­innen

aus Subsahara-Afrika wandern nach Europa aus.

Migration und Flucht finden weltweit statt. In Deutschland hat dieses Thema insbesondere in den letzten Jahren an medialer Aufmerksamkeit gewonnen. Dabei sind große Migrationsbewegungen keine Phänomene der Gegenwart, sondern Teil unserer Geschichte und Identität als Menschen.

Debatten um globale Migration, insbesondere aus Entwicklungsländern, suggerieren, dass riesige „Flüchtlingsströme“ in den vergangenen Jahren Europa erreichten. Doch dem ist nicht so: Momentan sind über 82 Millionen Menschen auf der Flucht. In Europa leben weniger als 10% von ihnen. 

Immer wieder wird gerade Afrika als Kontinent massenhafter Abwanderung dargestellt. Dabei stellten afrikanische Migrant:innen in 2017 lediglich 14% der Migrant:innen weltweit dar, europäische hingegen fast 24%. Die meisten Afrikaner:innen, welche den Kontinent verlassen, sind jung und gut ausgebildet.

Auch werden die Leistungen afrikanischer Länder als Aufnahmeländer oft übersehen: Etwa 70% der Migrant*innen und 90% der Geflüchteten aus Sub-Sahara Afrika blieben innerhalb des Kontinents. Oft wird selbstverständlicher als hierzulande solidarisch geholfen.

Uganda zählt mit 1,4 Millionen aufgenommenen Geflüchteten sogar als eines der größten Aufnahmeländer weltweit! Gesamt-Afrika beherbergt sogar 24,7 Millionen Migrant:innen, deren Hintergründe vielfältiger sind als oft dargestellt.

¹(Stand 2019)

Migrant:innen, Asylsuchende, Geflüchtete, Binnenflüchtlinge: Menschen.
Doch worin liegt der Unterschied in den verschiedenen Bezeichnungen?

Auf internationaler oder völkerrechtlicher Ebene gibt es keine allgemein anerkannte Definition für „Migrant:innen“. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) versteht den Term als einen Oberbegriff für Personen, welche ihre Heimat vorübergehend oder dauerhaft verlassen. Darunter zählen auch Geflüchtete, Vertriebene, Arbeitsmigrant:innen und Personen, die zu anderen Zwecken auswandern.

Das Völkerrecht zieht eine klare Trennlinie zwischen Migrant:innen und Flüchtlingen. Migrant:innen fallen nicht unter den Schutz der Genfer Flüchtlingskonvention.

Als Asylsuchende werden geflüchtete Personen bezeichnet, welche bereits einen Antrag auf Asyl in einem Land gestellt haben, jedoch noch auf die Anerkennung dessen warten. Nach der Anerkennung als Flüchtling stehen sie unter internationalem Flüchtlingsschutz.

Laut der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 sind Flüchtlinge Menschen, die sich aus begründeter Furcht vor Verfolgung, Konflikten oder Gewalt außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen und nicht in dieses Land zurückkehren können. Ob die Furcht vor Verfolgung begründet ist, wird in einem Asylverfahren festgestellt.

Weltweit sind derzeit etwa 26,4 Millionen Menschen als Flüchtlinge anerkannt.

Binnenvertreibung ist die erzwungene Migration von Menschen innerhalb des Landes, in dem sie leben. Millionen von Menschen sind jedes Jahr gezwungen, ihre Heimat z.B. als Folge von Konflikten, Gewalt, Nahrungsknappheit oder Naturkatastrophen zu verlassen. Da sie keine Staatsgrenzen überschreiten, stehen sie nicht unter dem Schutz der Flüchtlingskonvention.

Ende 2020 galten weltweit 55 Millionen Menschen als Binnenvertriebene. 

90% DER GEFLÜCHTETEN BLEIBEN IN SUBSAHARA-AFRIKA

Diese „Vielfältigkeit“ wird am Horn von Afrika besonders deutlich. Die krisen- und konfliktgebeutelte Region ist eines der größten Epizentren von Migration, Flucht und Vertreibung weltweit. Gründe hierfür gibt es viele. Es ist ein Ort der multiplen Krisen. 

Überwiegend erfolgen die Wanderungen als Zwangsmigration, ausgelöst durch Kriege, Gewalt, Hunger und Vertreibung nach Naturkatastrophen. Die meisten Menschen finden Zuflucht in den Nachbarstaaten. Allein in Uganda leben 900.000 Geflüchtete aus dem bürgerkriegsgeplagten Südsudan, während vom gesamten Horn von Afrika lediglich 114.000 Geflüchtete und Asylsuchende in Deutschland ankommen (Stand 2020).

Insgesamt sind am Horn von Afrika derzeit etwa 5 Millionen Menschen auf der Flucht. Die große Mehrheit bleibt in der Region: etwa 4,5 Millionen Menschen. Wie die Karte zeigt, nahmen alleine die drei Länder Uganda, Sudan und Äthiopien etwa zwei Drittel der Geflüchteten auf. Auch Kenia und Ruanda schultern einen großen Anteil. 

Die meisten von ihnen – etwa 80% – sind Frauen und Kinder. Was aus der Karte nicht hervorgeht: Die Zahl der Binnenvertriebenen ist um ein Vielfaches höher. Sie werden, z.B. als Auswirkung von Extremwetterereignissen innerhalb ihrer Herkunftsländer vertrieben. Die Zahl aller Binnenvertriebenen am Horn von Afrika beläuft sich aktuell auf etwa 10 bis 13 Millionen Menschen. Die meisten von ihnen innerhalb der Länder Somalia, Südsudan und Äthiopien – sie sind Flüchtlinge im eigenen Land.

OFT ÜBERSEHEN: AFRIKAS STARKE AUFNAHME­LÄNDER

In den Medien wird oft vermittelt, dass Migrationsbewegungen nach Europa zugenommen haben. Unter den Top 10 der Aufnahmeländer von Geflüchteten sind jedoch vor allem Länder außerhalb Europas zu finden. Drei davon in Afrika. Uganda, ein Land mit einer Bevölkerung nur halb so groß wie die Deutschlands und einem Hundertstel unseres BIPs hat dennoch mehr Geflüchtete aufgenommen und verfolgt dabei noch eine besonders menschliche Strategie. Viele afrikanische Länder leisten mehr als gedacht.

DIE JUGEND IST AFRIKAS GRÖßTE RESSOURCE

WIR HABEN ALLE DIE GLEICHEN TRÄUME

RESSOURCEN NUTZEN - PERSPEKTIVEN SCHAFFEN

Mit der größten Freihandelszone der Welt und einem wachsenden Markt mit aktuell 1,2 Milliarden Menschen beschreitet Afrika einen völlig neuen Entwicklungspfad. Doch die Potenziale der wertvollen natürlichen und menschlichen Ressourcen werden bisher nur begrenzt genutzt. Die Jugendbevölkerung wächst, es gibt immer mehr gut ausgebildete, motivierte junge Afrikaner:innen, welche – im Gegensatz dazu – immer schlechtere Beschäftigungsperspektiven auf dem Kontinent haben. Es ist wichtig, dass die Marktmöglichkeiten des afrikanischen Kontinents genutzt werden, hier liegen die Produktionsstandorte und Absatzmärkte der Zukunft.

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