Eine Kampagne von Amref Deutschland – Gesundes Afrika

ANMELDUNG ZUR GESPRÄCHSRUNDE

Um zu zeigen, dass unternehmerisches Engagement in Afrika nicht nur notwendig für eine nachhaltige Entwicklung ist, sondern es sich auch für einzelne Unternehmen lohnen kann, veranstalten wir eine digitale Gesprächsrunde mit folgenden Expert:innen aus unterschiedlichen, spannenden Bereichen:

Ulrich Konstantin Rieger – Leitender Ministerialrat – stellvertretender Abteilungsleiter des bayrischen Wirtschaftsministerium
Mirabell Mayack – Geschäftsführerin von African Investment Intelligence und Expertin und Brückenbauerin insbesondere im frankophonen Afrika
Alfred Idialu – Head of International Banking Sales bei der ODDO BHF Bank
Katarina Kunert  – Senior Managerin für die Region Nordafrika und Sahel beim Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft e.V.

Die Veranstaltung findet am 22.02.2022 um 16:30 Uhr statt und Sie können als Teilnehmer:in dabei sein! Melden Sie sich ganz einfach hier an.

Ressourcen nutzen - Perspektiven schaffen

Die Länder Subsahara-Afrikas, deren Bevölkerung aktuell fast zur Hälfte jünger als 25 Jahre ist, verfügen über natürliche und menschliche Ressourcen, die das Potenzial haben, integratives Wachstum aus sich selbst heraus hervorzubringen und die Armut in der Region nachhaltig und aus eigener Kraft zu beseitigen. Mit der größten Freihandelszone der Welt und einem wachsenden Markt mit aktuell 1,2 Milliarden Menschen beschreitet der Kontinent einen völlig neuen Entwicklungspfad – vorausgesetzt die Potenziale seiner Ressourcen und Menschen werden auch genutzt.

Die afrikanische Jugend hat hierbei eine Schlüsselrolle inne: Sie ist weit besser ausgebildet, gesünder, vernetzter und digital kompetenter als vorherige Generationen. Das Mo Ibrahim Forum bezeichnet sie sogar als die größte Ressource des Kontinents. Die Jugendbevölkerung Afrikas wächst schnell und soll sich bis zum Jahr 2050 auf über 830 Millionen verdoppeln. Richtig genutzt kann diese signifikante Zunahme der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zu einer höheren Produktivität führen und ein starkes, integratives Wirtschaftswachstum auf dem gesamten Kontinent unterstützen. 

Immer mehr junge Afrikaner:innen haben einen höheren Bildungsabschluss. Die Immatrikulationszahlen an den Universitäten und Hochschulen steigen stetig. Die Abschlusszahlen von Algerien und Mauritius liegen sogar über dem globalen Durchschnitt; dicht gefolgt von Südafrika, Kap Verde, Namibia und Ghana.

Doch die bessere Ausbildung der afrikanischen Jugendlichen steht im extremen Gegensatz zu ihren schlechten Beschäftigungsperspektiven: Der wachsende Markt hat es bisher nicht geschafft, gleichzeitig ausreichend Arbeitsplätze zu schaffen, um allen Schulabgänger:innen einen Job zu bieten, schon gar nicht einen qualifizierten Job mit angemessenen Arbeitsbedingungen und Bezahlungen. Von den jährlich 18 Millionen zusätzlich benötigten Arbeitsplätzen für Berufseinsteiger:innen werden derzeit nur knapp 3 Millionen geschaffen. Etwa 140 Millionen afrikanische Jugendliche sind aktuell arbeitslos. Hinzu kommen vergleichsweise schlechte Lebensbedingungen, eine schlechter Wasser- und Gesundheitsversorgung sowie steigende Nahrungsknappheiten. Es erscheint schon fast logisch, dass immer mehr junge Absolvent:innen von einer chancenreicheren Zukunft woanders träumen.

Fast ein Drittel der afrikanischen Jugend hat Migration schon einmal in Betracht gezogen. Das sind etwa doppelt so viele Personen im Vergleich zur Altersgruppe der 35-jährigen. Die Gründe, ihr Glück im vermeintlichen Eldorado Europa suchen zu wollen (und dabei sogar ihr Leben zu riskieren) sind individuell, haben aber meist einen gemeinsamen Nenner: Immer mehr junge Afrikaner:innen sehen ohne Jobs keine Zukunft in ihrer Heimat. Sie wollen ihr Potenzial verwirklichen, mit ihrer guten Ausbildung auch eine gute Arbeit finden und durch diese nicht nur die eigenen Träume verwirklichen, sondern auch die der Familie – die oft einen nicht unerheblichen Betrag in die Ausbildung investiert haben – finanziell unterstützen.

Würden alle migrationswilligen Jugendlichen den Kontinent verlassen, würden 40 von 42 afrikanische Länder einen Großteil ihrer Jugendbevölkerung – ihre größte Ressource – verlieren. Der resultierende „Brain Drain“ droht die Entwicklung Afrikas zu hemmen. Humankapital, Innovationskraft, Investitionen und Steuerzahlungen gehen verloren. Insbesondere der Gesundheitssektor, das Bildungswesen, Industrie, Wissenschaft und Forschung sind davon betroffen. Die sowieso schon mangelnden Strukturen und die beeinträchtige Infrastruktur drohen sich dadurch noch weiter zu verschlechtern. 2100 wird Afrikas Jugendbevölkerung dem dreifachen der gesamten Bevölkerung Europas entsprechen. Umso wichtiger ist es, jetzt echte Perspektiven vor Ort zu schaffen und die Potenziale und Ressourcen der afrikanischen Menschen zu fördern. Nur dadurch wird es möglich sein, die Marktmöglichkeiten des afrikanischen Kontinents auch zu nutzen. Denn Afrikas Märkte sind die Wachstumsmärkte der Zukunft und das unmittelbar vor der Haustür Europas: 54 Staaten, 1,2 Milliarden Menschen, rapides (Jugend-)Bevölkerungswachstum, innovative Digitalisierung und ein riesiger Binnenmarkt mit panafrikanischer Freihandelszone. Und das alles nur etwa mehr als 10 Kilometer vom europäischen Kontinent entfernt.

Neben den für deutsche Unternehmen bereits sehr wichtigen Märkten Südafrikas, Nigerias, Ghanas und Kenias nimmt das Interesse internationaler Investoren auch an anderen afrikanischen Märkten (z.B. Äthiopien, Elfenbeinküsten, Tansania) zu. Afrika hat das Potenzial zur größten Wachstumsregion der nächsten Jahrzehnte zu werden. Hier liegen die Produktionsstandorte und Absatzmärkte der Zukunft. Insbesondere die steigende Kaufkraft der rapide wachsenden jungen afrikanischen Bevölkerung, große technologische Fortschritte und zahlreiche Investitionsprogramme bieten vielfältige und erfolgversprechende Chancen für deutsche Unternehmen in Afrika. Und doch wagen noch zu wenige – und vor allem zu wenige Mittelständler – trotz dessen starker Argumente den Schritt auf unseren Nachbarkontinent.

Wachstumsmärkte der Zukunft: Die starken Argumente der afrikanischen Märkte

..als Produktionsstandorte

Die industrielle Entwicklung schreitet mit großen Schritten voran. Erfolgsbranchen sind zum Beispiel der Fahrzeugbau, die Nahrungsmittelverarbeitung sowie der Bau- und Energiesektor. Die prominentesten deutschen Unternehmen in Afrika sind BMW, Daimler und Volkswagen.

Die Zahl der gut ausgebildeten Menschen im erwerbsfähigen Alter steigt und wird durch rückkehrende Fachkräfte aus dem (europäischen) Ausland verstärkt. Sie sind der Motor der Entwicklung.

..helfen dabei Zölle und nichttarifäre Handelshemmnisse sukzessive zu beseitigen. Neue Partnerschaftsabkommen der EU mit den afrikanischen Staaten erleichtern den Markteintritt und -zugang und fördern Wirtschaftswachstum und Friedenssicherung.

Mit der African Continental Free Trade Area (AfCFTA) entsteht durch Abbau von rund 80% der Zölle die größte Freihandelszone der Welt. Mittlerweile haben bereits 41 der 55 afrikanischen Länder das Abkommen ratifiziert.

..der Bundesregierung sichern deutsche Direktinvestitionen gegen politische Risiken ab. Immer mehr – insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen – können so ihre Investitionen auch unter schwierigen Rahmenbedingungen schützen.

Zum Förderprogramm: https://www.investitionsgarantien.de

Der Reformwille der afrikanischen Regierungen ist groß, z.B. beim Erwerb von Grund, Bürokratieabbau, Korruptionsbekämpfung und der Umsetzung von Verträgen.

..der Bundesregierung (u.a. mit Ruanda, Ghana, Marokko und Senegal) schaffen bessere Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche Engagement und Korruptionsprävention.

Mehr dazu: https://www.bmz.de/de/service/lexikon/reformpartner-59950

..schützt seit 2021 Menschenrechte und Umweltstandards über die gesamte Wertschöpfungskette, schafft Rechtssicherheit und bietet Unternehmen Wettbewerbsvorteile durch aktives Bestreben von Nachhaltigkeit. Gerade bei jüngeren Konsument:innen gewinnen Nachhaltigkeit und Transparenz immer mehr an Bedeutung.

..als Absatzmärkte

..und die dahinterstehenden potenziellen Konsummöglichkeiten machen Afrika zu DEM Wachstumsmarkt. 15% der Weltbevölkerung leben aktuell hier. 2100 soll wird voraussichtlich jede:r Dritte Afrikaner:in sein.

Die wachsende Mittelschicht bei steigender Kaufkraft revolutioniert den Einzelhandel. Mit wachsender Bevölkerung und steigendem Einkommen wächst auch die Nachfrage der Konsument:innen nach westlichem Vorbild.

..ermöglicht vielfältige neue Geschäftsmodelle, zu denen bereits heute bis zu 93% der Menschen in Afrika über das Mobilfunknetz Zugang haben. Die Digitalisierung wird in Afrika zumeist effektiver realisiert als im globalen Norden.

Wirtschaftswachstum afrikanischer Länder

Afrika gilt als Innovationsschmiede. Hier entstehen immer mehr Innovationen mit Relevanz für internationale Märkte. Die jungen „digital natives“, die hohe Mobilfunkabdeckung und stetige Zunahme von schnellen und leistungsfähigen Internetzugängen sowie eine florierende Startup-Szene haben einen entscheidenden Anteil an dieser bemerkenswerten Entwicklung. Mobiles Banking (MPESA; Kenia), Echtheitsprüfung für Medikamente über das Handy (Sproxil; Ghana), Online-Handel (Jumia; länderübergreifend) und Solarleasing (SunExchange; Südafrika) sind nur einige wenige Beispiele der enormen Innovationskraft des Kontinents. 

Insbesondere während der Coronapandemie haben afrikanische Innovator:innen bewiese, dass mit innovativen und digitalen Lösungen schnell auf neue Herausforderungen reagiert werden kann, zum Beispiel durch Telemedizin, Drohnen, Apps zur Kontaktverfolgung, Sauerstoff-Maschinen, Genom-Sequenzierung und viele mehr.

Wirtschaftliches Engagement in Afrika lohnt sich

Beratung und Unterstützung zum Markteintritt in Afrika

Wirtschaftsnetzwerk Afrika

Mit dem Wirtschaftsnetzwerk Afrika – den Kammern und Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft, Ministerien und Fördergesellschaften von Bund und Ländern, Ländervereinen und Finanzierungsinstitutionen – werden detusche Unternehmen auf ihrem Weg nach Afrika umfassend beraten und begleitet. Deutsche Unternehmen, die wirtschaftlich in Afrika aktiv werden wollen, unterstützt das Wirtschaftsnetzwerk Afrika durch ein gebündeltes Informations- und Beratungsangebot, z.B. dem Africa Business Guide.

Germany Trade and Invest

German Trade and Invest ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland und begleitet deutsche Unternehmen u. A. auf ihrem Weg ins Ausland. Bei GTAI gibt es außerdem ein breites Informationsangebot über Märkte, Rechtsvorschriften, Zollregelungen und vieles mehr.

Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft e.V.

Als branchenübergreifender Außenwirtschaftsverband informiert und vernetzt der Verein Unternehmen, die sich für eine Zusammenarbeit auf dem afrikanischen Kontinent bemühen und fördert den Austausch zwischen deutschen und afrikanischen Vertreter:innen aus Wirtschaft und Politik. In Deutschland sind sie der erste Ansprechpartner für Wirtschaftsinformationen (u. A. Marktstudien) und die Vermittlung von Kontakten.

Industrie- und Handelskammer – Netzwerkbüro Afrika

Das IHK-Netzwerkbüro Afrika unterstützt kleinere und mittlere Unternehmen bei der Erschließung afrikanischer Märkte. Sie beraten zu Markteintritt und Potenzialbranchen, vermitteln Ansprechpartner:innen und informieren über Fördermöglichkeiten und Veranstaltungen.

Mittelstandallianz Afrika

Die Mittelstandsallianz Afrika begleitet gezielt deutsche Unternehmen, die ihre Aktivität in afrikanischen Ländern entwickeln wollen, u. A. durch Marktinformationen, Markterschließungen und erhöhter Sichtbarkeit.

Global Perspectives Initiative

Die Global Perspectives Initiative fördert den Diskurs einer nachhaltigen und ausgewogenen globale Entwicklung und vernetzt Akteur:innen aus Politik, Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft.

Die Agentur für Wirtschaft und Entwicklung ist eine vom BMZ beauftragte kostenlose Beratungsstelle für kleine und mittlere Unternehmen und deren Fragen zu Investitionen und nachhaltigen Projekten in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Förderinstrumente für deutsche Unternehmen

Investitionsgarantien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

Investitionsgarantien sind ein bewährtes Außenwirtschaftsförderinstrument der Bundesregierung. Sie sichern deutsche Direktinvestitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern gegen politische Risiken ab. Dazu zählen Krieg, Revolution, Aufruhr, Enteignung sowie Konvertierungs- und Transferbeschränkungen. Im Schadensfall gleicht der Bund erlittene Vermögensverluste aus. Die politische Flankierung des Projekts kann aber auch effektiv verhindern, dass ein Schaden überhaupt eintritt.

AfricaConnect der Detuschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) (KFW)

AfricaConnect unterstützt europäische Unternehmen bei sowohl bestehenden, als auch geplanten Engagements in Afrika. Mit ihrem Finanzierungsangebot werden Investitionen in Afrika gezielt gefördert und erleichtert. Neben der finanziellen Unterstützung mit Risikoteilungskomponente bietet AfricaConnect auch umfassende Afrika-Expertise, ein weitreichendes Netzwerk und Unterstützung bei der Umsetzung von internationalen Umwelt-, Sozial- und Coporate-Governance Standards und Übernahme damit verbundener Kosten.

develoPPP

Mit dem develoPPP-Programm werden Maßnahmen deutscher, europäischer und lokaler Unternehmen gefördert, die sich langfristig und nachhaltig in Entwicklungs- und Schwellenländern unternehmerisch engagieren wollen. develoPPP richtet sich sowohl an etablierte Unternehmen (develoPPP Classic) als auch an Start-Ups (develoPPP Ventures).

KFW IPEX-Bank

DIE KFW IPEX-Bank agiert als Finanzier umwelt- und klimaschonender Investitionen und unterstützt die deutsche und europäische Wirtschaft bei nationalen und internationalen Unternehmungen.

Up-Scaling

Das Up-Scaling Programm der DEG fördert Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen, die ein innovatives Geschäftsmodell erweitern wollen, welches positive Entwicklungseffekte (vorzugsweise in Afrika) generiert.

Förderung von Machbarkeitsstudien

Die DEG unterstützt mit Mitteln des BMZ Machbarkeitsstudien von mittelständischen deutschen und europäischen Unternehmen, die der Vorbereitung entwicklungspolitisch sinnvoller Investitionen dienen.

 

AMREF Deutschland, Gesellschaft für Medizin und Forschung in Afrika e.V. ist als eingetragene gemeinnützige Organisation von der Körperschafts- und Gewerbesteuer befreit.

Steuernummer 143/210/40323

Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL
mit Mitteln des

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